Herzlich Willkommen auf der Homepage von Wingsbach im Taunus!

Kleines Dorf - viele Aktivitäten

Volksschule


Der erste Unterricht in Wingsbach fand nicht wie angenommen in der heutigen alten Schule statt, sondern in der Strackgasse 3,oberhalb der ehemaligen Feuerwehr.
Dort wohnte später Lisette Hertling, geb. Müller „Schulers Settche“ genannt. Das war vor 1920. Lehrer Rau unterrichtete von 1896 – 1921, leider gibt es keine Zeitzeugen mehr, die uns aus ihrer Klasse berichten könnten.


Klassenfoto von Herta Schneider
Obere Reihe von Links: Elfriede Bremser (Keller), Erna Diefenbach (Scherf),
Willi Christ, Rudi Kugelstadt, Walter Klink, Kurt Körner, Helmut Petri, Lehrer Monz
Mittlere Reihe von Links: Lina Birk (Stiehl), Herta Diefenbach (Otto),
Erna Enders (Schäfer), Herta Kugelstadt ( Stein),
Herta Kaiser (Schneider), Karl Kaiser, Otto Christ, Kurt Gros, Willi Kaiser
Erste Reihe von Links: Otto Kaiser,
Erna Kugelstadt(Deußer), Erna Kaiser (Weber),
Irmgard Kaiser( Petri), Liselotte Monz, Irma Seel (Juretzko),
Lilli Seel (Bauer), Karl Riedel, Werner Kugelstadt, Arthur Klink


Aus einem späteren Jahrgang erinnert sich
Herta Kaiser(Schneider):
Sie wurde 1926 eingeschult. Es gab die einklassige Schule: alle Klassen wurden in einem Raum gleichzeitig unterrichtet. Die kleinen Kinder saßen vorne und die Großen hinten. Die damaligen Schulbänke aus Wingsbach sind im Wehener Museum zu bewundern.
Im Schulraum im oberen Stockwerk gab es außer zwei Reihen Sitzbänken mit Tischen , dem Lehrerpult und der Tafel, auch einen großen Schrank, in welchem Bücher und Arbeitsmaterial Platz fanden. Die heutige Küche, das spätere Kämmerchen, gehörte noch zur Lehrerwohnung.
Der Unterricht im Winter: Morgens von 8 bis 12 Uhr und am Nachmittag von 14 bis 16 Uhr. In der Winterzeit gab es  keine Feldarbeit, bei der die Kinder zuhause gebraucht wurden und so arbeitete man im Winter die Zeit ein. Im Sommer gingen die Schüler nur morgens zur Schule.
Die Kinder erlernten die “Sütterlinschrift”. Ab 1930 wurde im wöchentlichen Rhythmus auch lateinisch geschrieben.
Im Herbst wurden gemeinschaftlich „Hackelcher“ (Tannenzapfen ) zum Anfeuern des Schulofens gesammelt.

Gemeinschaftsarbeit war Bestandteil des Unterrichts, so gruben die Buben den Schulgarten (neben der Turnhalle, heute Anwesen Fehr) um. Die Mädchen jäteten Unkraut und bei der Ernte für den Lehrer halfen alle Kinder mit.
Handwerkliches Können wurde auch geschult. Buben wie Mädchen erlernten die Kerbschnitzerei. Jeder zeichnete sein Motiv auf das Holzwerkstück, was dann mit einem Kerbmesser ausgeschnitten wurde, anschließend gebeizt und mit Bienenwachs gebürstet und poliert. Handarbeitsunterricht erteilte Frau Amalie Hanson, später übernahm den Posten Frieda Kugelstadt.



Die Sportstunde wurde im Sommer kurzer Hand mitten auf der Kreuzung Scheidertalstr – Strackgasse gehalten, es kam ja selten ein Auto. So gab es auch noch keinen Schulhof, denn dort stand das Backhaus und es gab einen Brunnen.
Außer Schreiben, Lesen und Rechnen stand neben Naturkunde auch Geschichte auf dem Stundenplan.
Heimatforschung war das Steckenpferd des Lehrer Monz und so wurden auch die Kinder unterwiesen. Hünengräber, der Limes und die germanischen Götter sind daher heute noch in den Köpfen der damaligen Schüler fest verankert.



In der Sommerzeit wurden oft Ausflüge  zu Zielen in der Umgebung unternommen.Die Kinder konnten damals auch schon ihren Lehrer beeinflussen. Wenn die Sonne schien und der Lehrer das Klassenzimmer betrat, schallte ihm folgender Spruch entgegen: „Die Sonne scheint, das Wetter ist schön, Herr Lehrer, wir wollen spazieren gehen.“ Meistens wurde die Bitte erhört und ohne große Vorbereitungen startete ein Halbtagesausflug. Aus der Schule und durch den Ort zogen die Kinder singend, damit die Eltern wussten: Heute ist Wandertag.Für heutige Zeiten nicht vorstellbar, dass Kinder sich für eine Wanderung nach Wehen zum Heidelbeerpflücken begeistern könnten.Für heutige Zeiten nicht vorstellbar, dass Kinder sich für eine Wanderung nach Wehen zum Heidelbeerpflücken begeistern könnten.

Der Tafelhalter Erwin Hieß, die Brezelhalterin Christel Kaiser (Barth), hinten links Werner Andersch, Helmut Jandl, Werner Forst, Ingrid Christ (Rossel)


Wie wurde in der “Einraumschule” in Wingsbach 1955 unterrichtet?
Erwin erinnert sich: Eine Klasse musste andächtig den Ausführungen des Lehrers lauschen, während die anderen mit Rechenaufgaben oder Schreiben beschäftigt waren. Die achte Klasse wurde auch gerne in der Bibliothek, genannt Kämmerchen (heute Küche), mit Gruppenarbeit betraut, war aber durch die Glasscheibe immer im Blick des Lehrers. Ebenso wurde dieser Raum auch zum Separieren von Störenfrieden und zum Nachsitzen verwendet. Als Musikraum diente das Wohnzimmer des Lehrers, denn dort stand das Klavier.

Schulklasse 1953


Im Winter hatten die ältesten Kinder die Aufgabe, morgens den Ofen anzufeuern. Das Antreten nach der Pause im Winter folgte einem Ritual: Jeder, der zurück in die Klasse wollte, musste einige Scheite Holz hinauf tragen. Die Kleinen, zwei oder drei, die Großen, so viel sie tragen konnten. Das war eine Art „ungeschriebenes Gesetz“ und gemurrt wurde schon gar nicht


Die erste Klasse durfte im Sommer auch schon mal auf den Treppenstufen im Flur sitzend etwas malen.
Im Sommer war neben dem normalen Unterricht, bei schönem Wetter Schwimmen angesagt. Die Dörfer Hahn, Bleidenstadt und Wingsbach hatten gemeinsam das Freibad im Kotzebachtal erbaut und das wurde genutzt.
Gut so, denn dadurch lernten alle Schwimmen. Das war aber nicht so wie heute: zum Schwimmbad fahren - zwei Stunden schwimmen, mit dem Bus zurück, nein. Schwimmen war ein Ganztagsereignis, da mit dem Besuch im Schwimmbad zugleich ein Hin- und Rückmarsch verbunden war.



Ebenso speziell der Wingsbacher Schulsport im Sommer auf dem Waldsportplatz. Herr Emil Ahr leistete mit Herrn Christian Enders Raupe die Vorarbeit: schieben und planieren. Mit Lehrer Henrici zusammen errichteten die Kinder sogenannte Trockenmauern, um die Auffahrt zum Sportplatz zu festigen. So etwas wurde früher unter Körperertüchtigung verbucht.
Im Winter stand Hallensport auf dem Plan. Das war damals schon vom Feinsten. Es gab alle Sportgeräte die man brauchte, vom Pferd bis zu den Ringen.
"Die alte Schule" wie man das Gebäude heute liebevoll nennt, platzte früher mit 30 Kindern fast aus allen Nähten, zumal der Lehrer im Parterre noch seine Privatwohnung hatte. Das Gebäude war damals  vom Treppenhaus her anders gestaltet. In den fünfziger Jahren gab es an der heutigen Eingangsseite außen eine Treppe, die auf dem halben Stock ins Schulhaus führte. Der Eingang für die Lehrerwohnung war zur Scheidertalstrasse.
Hinter der alten Schule befanden sich bis 2015 die Räumlichkeiten der Feuerwehr. Zu Erwins Schulzeit war dort die Toilette (Plumsklo) und ein Holzschuppen und hinter dem Holzschuppen, der Schulhof mit einem Zaun zur Strackgasse (Wünostrasse).

Jetzt noch zu einem heiklen Thema:
“Lag der Rohrstock, ein bevorzugtes Züchtigungsmittel, früher wirklich auf dem Lehrerpult?“
„Ja!“
Bei Lehrer Monz gab es Schläge, Jungen wie Mädchen, keiner wurde geschont. Wobei die Buben es aber  meist herausforderten. Herr Pfarrer Donsbach soll ihn noch geschwungen haben, den Rohrstock, immer auf die Fingerspitzen, das gibt warme Hände! Lehrer Henrici bevorzugte Wurfgeschosse. Er nahm dazu das, was er gerade in seiner Hosentasche hatte: Schlüssel, Gummiball oder Holzklotz.
Frage: "Hat er getroffen?"  
Antwort: "Zum Glück nicht immer."

Schulklasse mit Lehrer Henrici 1967
Erstes, zweites und drittes Schuljahr.
Von Links: Peter Fischer, Claudia Körner, Jürgen Wittlich, Martina Holtsch, Gaby Bodenheimer(Stoll), Marion Mehl, Ute Kugelstadt, Carla Arnold, Birgit Fliehmann, Achim Feix, Sonja Kugelstadt, Beate Schäfer, Gunnar Engelmann, Günter Hieß, Edwin Petri, Catrin Arnold, Udo Feix, Uwe Hieß,  Alexandra Holtsch, Ilona Panny





Karte
Infos
Instagram